Zur Einführung

Zur Einführung

Das Lernen der Schüler ist die Existenzberechtigung der Schule. Und sie lernen ja auch, im Unterricht und außerhalb des Unterrichts, im Lern- und Lebensraum Schule; sie lernen weit mehr, als auf dem Lehrplan steht, denn unser Lernen hat ganz unterschiedliche Dimensionen. Wer diesen Dimensionen im eigenen Leben auf die Spur kommen will, ist eingeladen, einmal die Übung im Kästchen zu machen.


Zeichnen Sie einen Zeitstrahl vom Zeitpunkt Ihrer Geburt bis zum heutigen Tag: Ihre Lebenslinie. Und markieren sie auf dieser Linie die Lern-“Highlights“ ihres Lebens – die Punkte, an denen Sie etwas Wesentliches gelernt haben, das Ihnen besonders wichtig ist, das Ihren weiteren Lebensweg entscheidend geprägt hat. Nehmen Sie sich Zeit, geben Sie nicht zu schnell auf, es sind viele wichtige Lernschritte, die im Laufe eines Lebens zusammenkommen. Und schreiben Sie dazu, was Sie wann, in welcher Situation und von wem gelernt haben.

 

Die meisten Menschen stellen dann fest, dass man die ersten Lebensjahre „dehnen“ müsste, denn dort sind wesentlich mehr dieser Lern-“Highlights“ einzutragen als im Erwachsenenleben. Uns interessiert aber darüber hinaus noch etwas anderes: In welchen Zusammenhängen geschah dieses Lernen, das einen so prägenden Einfluss auf Ihr Leben hatte? Dazu sortieren Sie Ihre Lern-“Highlights“ doch bitte in folgende drei Kategorien.

Weil Lernen ein lebenslanger Prozess ist, längst vor der Schule beginnt, auch während der Schulzeit nicht nur im Unterricht stattfindet und nach den Jahren des Schulbesuchs noch lange nicht zu Ende ist, können die folgenden drei Begriffe helfen, es in allen seinen Dimensionen zu erfassen und zu beschreiben:

- informelles Lernen ist ein Lernprozess, der sich im alltäglichen Leben vollzieht, ohne Absicht, Planung oder Organisation; in der Regel handelt es sich um Imitations- und Erfahrungslernen;

- nicht-formales Lernen ist ein Lernprozess auf freiwilliger Basis, Teilnehmer-orientiert, beabsichtigt, geplant und organisiert; der Prozess vollzieht sich in einer Lernpartnerschaft, in der die Partner eine Vereinbarung über die Lernziele sowie ggf. Zwischenschritte treffen und das Ergebnis des Prozesses am Ende beschreiben können;

- formales Lernen ist ein Lernprozess, der von außerhalb strukturiert und gesteuert wird sowie in einer Form von Prüfung und Zertifizierung endet; der Prozess vollzieht sich in der Regel zwischen einem Wissenden und einem Nicht-Wissenden und organisiert den Wissenstransfer, der am Ende überprüft und bewertet werden kann.


Klaus Waiditschka / 2009-01-02
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